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Emsland-
Autobahn

Brörings Meisterstück

Hermann Bröring war Mitbegründer der Interessengemeinschaft Emslandautobahn, die ein bis dato einzigartiges Finanzierungskonzept in Form einer Public-Private-Partnership vorstellte: Erstmals wurde eine Autobahn in Deutschland regional, grenzüberschreitend und privat mitfinanziert. Heute gilt die Fertigstellung der A 31 im Dezember 2004, mehr als zehn Jahre früher als von Land und Bund vorgesehen, als Grundlage für die positive Entwicklung der Wirtschaftsregion Ems-Dollart.

Der damalige Landrat des Landkreises Emsland, Reinhard Winter, würdigt die Leistungen seines Vorgängers in dem im Dezember 2014 aufgelegten Buch „Unternehmen Lückenschluss“ mit den Worten: „Hermann Bröring hat von 1991 als Oberkreisdirektor und seit 2001 als erster direkt gewählter Landrat des Landkreises Emsland sich das Thema „Fertigstellung der A 31“ zu eigen gemacht. Er konnte sich dabei auf Erkenntnisse stützen, die er schon Anfang der 1970er Jahre während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität zu Köln gesammelt hat. Schon damals hat er sich mit der Rentierlichkeit von Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur befasst. Seinem Ideenreichtum und seiner Durchsetzungsstärke ist es zu verdanken, dass die Emslandautobahn schließlich fertiggestellt werden konnt. Entscheidend war dabei, dass er die Kräfte der Region zusammenführen konnte.“

Die Fakten:

1970er

Der Bau der Autobahn beginnt Ende der 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen und 1983 in Niedersachsen.

1995

1995 klafft zwischen Ochtrup und Twist noch eine knapp 42 Kilometer lange Lücke, die nach Planung des Bundesverkehrsministeriums erst 2017 geschlossen werden soll.

1997

1997 ergreifen Kommunalpolitiker und Wirtschaftsvertreter diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze die Initiative und diskutieren öffentlich über Finanzierungsmöglichkeiten zur Beschleunigung des Autobahnbaus. Oberkreisdirektor Hermann Bröring gibt die Devise aus: „Die Region baut sich die Autobahn selbst.“

1999

1999 kündigt der Landkreis Emsland gegenüber Bundes- und Landtagsabgeordneten erstmals ein Finanzierungsmodell an, bei dem die Region in die Finanzierung einsteigt.

Wenig später werben engagierte Unternehmer wie Rolf Trauernicht, die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern in der regionalen Wirtschaft um einen Beitrag zur Finanzierung der A 31. Mehr als 1.600 Unternehmen steuern 8,3 Millionen Euro bei. Selbst mehrere tausend Bürger beteiligen sich in der Aktion „Ich bin dabei“ mit dem Kauf einer Vignette für 50 DM an der Finanzierung.

2001

Die Finanzierung steht. 2001 wird der Vertrag zur Finanzierung des Lückenschlusses vom niedersächsischen Ministerpräsident Sigmar Gabriel und Vertretern von Politik und Wirtschaft der Region und der niederländischen Partner unterzeichnet. Die Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim, Leer und Aurich, die Stadt Emden und die Wirtschaft in den Kammerbezirken Osnabrück-Emsland und Ostfriesland sowie die niederländischen Nachbarprovinzen Drenthe und Groningen bringen gemeinsam 53,7 Millionen Euro auf. Das Land Niedersachsen steuerte weitere 61,4 Millionen Euro bei. 135 Millionen Euro zahlt der Bund.

2004

Am 18. Dezember 2004 wird die A 31 für den Verkehr freigegeben - erstmals freie Fahrt von Bottrop bis Emden. (Foto oben: NOZ)

„Eine selbstbewusste Kommunalpolitik, selbstbewusste Unternehmer und eine selbstbewusste Bevölkerung sind durchaus in der Lage, in Eigeninitiative Infrastrukturpolitik zu betreiben. [...] Regionen mit Ideen sollten nicht als Störenfriede, sondern mit offenen Armen empfangen werden.“

Hier nachzulesen: „Infrastruktur zwischen staatlicher Regulierung und regionaler Eigeninitiative“, Festvortrag zur Verleihung des Preises der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen 2009, 21.01.2009

Emsland-Autobahn

Aus Presse und Print

„Für die Lebensader der Region dicke Bretter gebohrt“, use Land & Lüü, 4/2014

„Lebensader des Emslandes“, NOZ, 23.12.2014
Vor zehn Jahren erfolgte der Lückenschluss der A31

„Die A31 war Brörings Meisterstück“, NOZ, 23.01.2010
Viel Lob aus Politik und Wirtschaft für emsländischen Landrat in Hannover

„Selbst ist die Region“, Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2005
Wäre es nach Berlin gegangen, hätte der Lückenschluss erst 2015 erfolgen können

„Christian Wulff: Ich bin heute hier, um Ihnen Dank zu sagen“, NOZ, 20.12.2004

„Viel mehr als Asphalt“, NOZ, 18.12.2004

„Ab Sonntag freie Fahrt auf der A 31“, NOZ, 18.12.2004
Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder gratuliert dem Emsland

„Klimmt: Wir konnten gar nicht Nein sagen“, NOZ, 03.03.2000

„Weiterbau der A 31 - Es gibt noch Politik“, Ostfriesen-Zeitung, 03.03.2000
Es ist ein kleines politisches Wunder. Lange sah es so aus, als ob wir uns noch zwei Jahrzehnte über die Lücke in der Autobahn 31 im Emsland und in der Grafschaft Bentheim ärgern müssten

„A 31 - Bald ist die Lücke zu“, Ostfriesen-Zeitung, 03.03.2000

„Kommunale Autobahn?“, Nordwest-Zeitung, 07.08.1999
Auf den ersten Blick scheint es eine bestechende Idee zu sein, die dem emsländischen Oberkreisdirektor Hermann Bröring da gekommen ist.

„Auch die Region muss sagen, was ihr die A 31 wert ist“,  NOZ, 29.11.1997